Island 2014

Flug ohne Hindernisse & ein Tag in Reykjavik

Island.., schon immer ein Traum von mir. Schon lange bevor ich mit der Fotografie begonnen habe, wollte ich auf diese Insel. Und nun ist es endlich soweit. Die Anreise verläuft ohne Ereignisse. Im Flieger von Stockholm nach Reykjavik haben wir sogar WLAN und surfen entspannt in 11125m Höhe.

Anflug

Cappuccino

Zebrastreifen ins Nirgendwo

Am Hafen

Marinemuseum

Regen über Reykjavik


 

Der zweite Tag – Flug nach Höfn

Der Tag beginnt früh: der Flieger wartet und wir müssen bereits um 8:00 Uhr fertig bepackt ins Taxi zum Flughafen. Es geht nach Höfn. Wegen eines unerwarteten Wetterwechsels besuchen wir heute die Eishöhlen. Nach einem ruhigen Flug und einer umso holperigeren Fahrt durch Geröll- und Lavafelder kommen wir am Gletscher an und wandern unter das Eis. Das Licht und die Strukturen im Gletscher sind einfach atemberaubend.

Einstieg

Schlumpfeis

Unter dem Gletscher

Blaues Licht

Wir verlassen den Gletscher und erkunden die Gletscherlagune und den „schwarzen Strand“. Er besteht aus feiner schwarzen Vulkanasche. Und die wird mir noch zum Verhängnis: als ich meiner GoPro nachrenne, die mir durch eine anrauschende Welle weggespült wird, haut mir ein antreibender Eisblock von hinten die Beine weg und ich liege samt Fotorucksack wie ein dicker Käfer im Wasser. Die Feuchtigkeit werde ich bis zum nächsten Morgen nicht aus Rucksack, Equipment und Kleidung kriegen. Wenigstens ist nichts kaputt gegangen bei dem Stunt… – außer meiner Hand, die ich mir dabei an diversen Stellen aufschneide. Meine Laune ist auf dem Tiefpunkt.

Blaues Eis am Lavastrand

Men at work

Lila Wolken

Hand kaputt

Das Abendessen hört so schnell auf wie es angefangen hat: das Nordlicht rückt an. Jedenfalls sagt das die App auf dem iPhone. Also wieder rein in die noch nassen Sachen und ab in die Dunkelheit. Und wir werden nicht enttäuscht. Kaum stehen wir mit dem Bus neben der Landstraße in der Dunkelheit, geht der Zauber auch schon los. Das entschädigt dann doch ein wenig.

 

Wetter ist aus…

Nach dem Frühstück geht es in klammen Klamotten wieder los. Wir fahren zum Strand zurück, um uns noch ein wenig mit den angespülten Eisblöcken zu amüsieren. Wir haben diesmal den Strand fast für uns allein und ich halte mich vornehm zurück, um nicht noch eine Schwimmstunde im Atlantik zu nehmen.

Eisskulpturen

Der nächste Stopp ist wieder ein Highlight: wir halten an einer riesigen Gletscherlagune. Die „blaue Zunge“ schiebt sich zwischen zwei Bergen ins Tal. Ein grandioser Anblick, dafür bin ich nach Island gekommen.

Gletscher

Gletscher

Leider war das dann auch der letzte erfolgreiche Halt. Es fängt an zu schneien. Und zwar richtig. Was in Deutschland den Ausnahmezustand hervorgerufen hätte, ringt den Isländern nur ein müdes Lächeln ab. Zwischenzeitlich verliere ich die Orientierung, wenn ich aus dem Busfenster schaue: Whiteout! HimmeL & Boden ist weiss.., übergangslos.., gleiche Farbe, gleiche Helligkeit. Wie der Fahrer die Straße erkennt ist mir ein Rätsel. Ein weiterer Gletscher sieht toll aus, das Wetter macht uns aber einen Strich durch die Rechnung. Wir beschliessen, ins nächste Hotel zu fahren und die Füße hochzulegen.

 

Wenn Dir das Wetter nicht gefällt.., warte 10 min.

Der Tag beginnt, wie der gestrige aufgehört hat: mit schlechtem Wetter. Als es hell wird, können wir wenigstens erkennen, dass das Hotel an der Küste liegt. Eine erste Tour führt uns zum Lavastrand. „Angeblich“ sollen hier riesige Basaltsteelen im Wasser stehen. Wir müssen das mal so glauben – zu sehen sind sie in dieser Waschküche nicht. Das Meer brüllt gegen den Strand und ich holte mir fast wieder nasse Füße beim Versuch, besonders dicht an die Fotomotive heranzukommen. Und hätte jemand unser Flehen erhört, reißt plötzlich die Wolkendecke auf. Zuerst ist es nur ein kleiner Streifen Blau am Horizont, nach 15 min. aber verzieht sich die Suppe und der Basalt taucht aus dem Meer auf.

Am Strand

ca. 10 min später

Wir kommen bei schönstem Wetter am Skógarfoss an und treffen auf Mirjam Wouters, die bereits seit rund 13 Jahren mit dem Fahrrad um die Welt fährt und hier, gemütlich an ihr Bike gelehnt, im Schnee sitzt und die Sonne geniesst.

Skógarfoss

Kaffeepause

Nach einem Schwätzchen lassen wir den Pferdeflüsterer raushängen und fotografieren Islandponys vor atemberaubender Bergkulisse bevor wir uns zum Seljalandsfoss begeben. Auch wenn der Weg extrem glatt und gefährlich ist, kommen wir nicht drumrum, dahinter zu laufen.

Auf der Weide

Der Pferdeflüsterer

Seljalandsfoss

Ab jetzt verlässt uns unser Glück mit dem Wetter. Als wir am Geysir ankommen, herrscht schon wieder Schneetreiben und Waschküche. Zur Mutter aller Wasserfälle, dem Gullfoss, ist es dann nur noch ein Katzensprung. Wir klettern über die Absperrung, die der besorgte Parkranger wegen des Schneefalls über den Weg gespannt hat, hinweg und erleben ein beeindruckendes Naturspektakel. Die Nacht werde ich auf der miesesten Matratze verbringen, die ich je erlebt habe.

Geysir

Geysir


 

Zwischen den Kontinenten

Auf der Fahrt in den Þingvellir Nationalpark, fahren wir wieder durch Schnee & Eis. Von oben und unten. White out. Ich erkenne keinen Horizont mehr. Die Straße auf der wir fahren wird wenig später gesperrt. Stellenweise liegen Autos im Graben – von der Fahrbahn geweht oder die gelben Markierungen übersehen. Im Park stapfen wir durch den Schnee zu einem schönen, aber schwierig zu fotografierenden Wasserfall, der teilweise eingefroren ist. Der Weg führt uns zwischen der europäischen und amerikanischen Kontinentalplatte hindurch zurück zum Bus.

Vereister Wasserfall

Jetzt wird es Zeit sich aufzuwärmen. Wir fahren zur blauen Lagune. Während unsere Köpfe von Wind und Eis malträtiert werden, liegt der Rest des Körpers in bis zu 40°C warmen Wasser. Wenn wir nicht zum Hotel zurück müssten, würden wir hier noch länger bleiben. Mich wundert es nicht, als ich höre, dass die meisten Isländer dafür eine Jahreskarte besitzen. Nach dem wir wieder im Hotel sind, gehen wir zum Abschluss noch einmal Essen.., beim Bürgermeister, d.h. wir essen im Rathaus. An einem wundervoll eingedeckten Tisch lassen wir noch einmal die Reise Revue passieren.

In der blauen Lagune


Island

Noch ein paar Bilder

Die Schlumpfhöhle

Unter dem Eis

Am Strand

Eistaube

Lila Wolken

Der einsame Fotograf

Die Meute

Bäääh

Weisser Himmel

Video

Olaf Höch

Digitale Fotografie & andere Halbwahrheiten

Olaf Höch
“Mit guten Bildern ist es manchmal wie mit Diamanten:
Sie entstehen unter großem Druck.”